Startseite > Leistungen  > Audits  

Verkehrssicherheitsaudit – Sicherheit von Anfang an

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Vorschriften, Regelwerken und Verordnungen, die Fragen der Verkehrssicherheit in Planung, Bau, Betrieb und Unterhaltung von Verkehrsanlagen betreffen.
Dennoch werden noch immer Straßen geplant und gebaut, die den geltenden Standards nicht entsprechen.

Dies hat mehrere Ursachen. Manchmal werden Kosten ins Feld geführt, die bei genauem Nachfragen jedoch irrelevant werden. Das andere Mal wird unter Zeitdruck eine Planung ohne abschließende Qualitätskontrolle fertiggestellt. Am häufigsten fehlt der Gesamtüberblick. Da wird eifrig geplant – von der Trasse über den Grünplan bis zur Beschilderung – und wer behält den Überblick?
Das Audit spürt Sicherheitslücken auf, weil es die Qualität von Planung / Bau begleitend sichert: Wird die Straße für den Nutzer verständlich, begreifbar und sicher befahrbar sein?


Ziel und Definition

Im Audit ("audit" = lat: „hört hinein“) können frühzeitig, unabhängig und systematisch Sicherheitsdefizite ermittelt werden.
Das Audit wirkt wie eine Art „Unfallprophylaxe“ und ist für den Auftraggeber wie eine Art „Planungs-TÜV“. Es folgt den Prinzipien der europäischen Erfahrungen zur Qualitätssicherung nach DIN EN 9.000 ff..
Das Verfahren wurde zuerst vor etwa 20 Jahren in Großbritannien, in Neuseeland und Australien erprobt. So ist es auch der Durchführung des Auditverfahrens zu verdanken, dass es gelungen ist, die Unfallzahlen in Großbritannien in den letzten 15 Jahren deutlich zu senken.

Vorgehen

Das Sicherheitsaudit in Deutschland ist ein eigenständiges Verfahren und gliedert sich in derzeit in folgende Phasen:

  • Phase 1 – Vorplanung
  • Phase 2 – Vorentwurf
  • Phase 3 – Ausführungsentwurf
  • Phase 4 – vor Verkehrsfreigabe

 
Das Audit beginnt mit einer „virtuellen“ Erprobung der Verkehrsanlage anhand von Checklisten und beantwortet folgende Fragen:

  • Können alle Verkehrsteilnehmer (Kraftfahrer, Radfahrer, Fußgänger) die Anlage sicher benutzen?
  • Ist im Rahmen der Regelwerke das Optimum der Verkehrssicherheit realisiert worden?
  • Wurden neue, gesicherte Erkenntnisse zur Verkehrssicherheit sinnvoll berücksichtigt?


Am Audit sind drei Seiten beteiligt: der Auftraggeber, der Planer und der Auditor. Das Audit findet jeweils in jeder Phase statt und wird mit Auftraggeber und Planer zusammen ausgewertet. In den Phasen 2, 3, 4 wird zusätzlich geprüft, ob die vom Auftraggeber entschiedenen Festlegungen der vorangegangenen Audits berücksichtigt wurden (Evaluierung der Ergebnisse).

Auditor
Die Auditoren müssen mehrjährige Kenntnisse und Erfahrungen sowohl im Entwurf als auch in der Beurteilung der Verkehrssicherheit von Verkehrsanlagen nachweisen.
Der Auditor ist organisatorisch unabhängig - er ist nicht als Planer am Projekt beteiligt und kann somit allein die Interessen der Sicherheit vertreten. Er arbeitet allein oder im Team.

Der Auditor verwendet für seine Arbeit die Checklisten der ESAS (Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen).

Aufwand und Nutzen

Der Aufwand ist abhängig von Projektgröße, -dauer und Umfang der zu auditierenden Unterlagen. Mit durchschnittlich 2 bis 5 Tagewerken für einen Auditor sind Sie auf der sicheren Seite.
Der Nutzen ist weit höher einzuschätzen als die Kosten. Sie als Träger der Straßenbaulast haben nämlich die Gesamtkosten im Blick -  der volkswirtschaftliche Nutzen entsteht durch die Vermeidung von Unfällen und deren Folgekosten.

Der öffentlichkeitswirksame Nutzen für Gemeinde, Landkreis oder Land liegt auf der Hand: Sicherheitsmängel werden von Medien gern als Schelte für Versäumnisse von Politik oder Verwaltung genutzt. Da haben Sie künftig gute Argumente in der Hand. Denn Sie sorgen vor mit dem „Planungs-TÜV“.

Der verkehrliche und wirtschaftliche Nutzen kommt dem Baulastträger und dem Steuerzahler zugute - vermeidbare Umbauten und Eingriffe auf Grund von Sicherheitsmängeln können weitestgehend vermieden werden. Der Verkehr rollt.

Das Audit aktivieren: Aus der Praxis für die Praxis
Das Audit gehört heute in nahezu allen Sicherheitsbereichen zum europäischen Standard. Der Straßenbau ist einer der letzten Bereiche, die dieses nachgewiesene Qualitätssicherungssystem einführen.

Die Mitglieder des German Road Safety Audit e.V. fühlen sich der Verkehrssicherheit und dem Gedanken einer systematischen Qualitätssicherung in Planung und Bau verpflichtet. Sie haben als Planer oder Straßenbaulastträger in leitender Stellung selbst langjährige Erfahrungen in der Praxis der Qualitätssicherung von Planungsprozessen. Sie sind deshalb bereit, sowohl Audits durchzuführen oder gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern die Zuarbeiten von Planungsbüros zu auditieren.
 
Lassen Sie uns den Focus bereits in der Planung auf den Aspekt der Verkehrssicherheit richten.

Denn die Verkehrsanlage muss den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer – ob Fußgänger, Kraftfahrer, Schulkinder oder Senioren -gerecht werden.

Gehen wir gemeinsam neue Wege – denn schließlich sind sichere Straßen ein sicherer Garant für Ihren Erfolg


Quellen:

  • Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (Hrsg.): ESAS, Köln 2002

  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. (Hrsg.): Sicherheitsaudit für Straßen; 10 Fragen, 10 Antworten

  • Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (Hrsg.): Deutscher Straßen- und Verkehrskongress, München 2002